Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2045 klimaneutral zu werden. Die Technik dafĂŒr ist da. Die Bereitschaft in der Bevölkerung auch. Trotzdem kommen wir zu langsam voran. Warum?
Brauchen: -36 Mio t/Jahr bis 2030
Das ist 4Ă mehr als bisher.
Besonders: Installateure, Elektriker, Dachdecker
Genau die, die wir fĂŒr die Energiewende brauchen.
Experten: Mit klĂŒgeren Strategien
1+ Bio ⏠sparen möglich.
Das Problem:
Genehmigungsverfahren dauern Jahre. Der Netzausbau hinkt sieben Jahre und 6.000 Kilometer hinter dem Plan her. Viele genehmigte Projekte können nicht umgesetzt werden, weil Prozesse zu komplex sind.
Was das bedeutet:
Selbst wenn ein Unternehmen eine Solaranlage installieren will oder eine Kommune ein Windrad bauen möchte â der Papierkram kostet mehr Zeit als die eigentliche Bauphase.
Ein Beispiel:
Die Kraftwerksstrategie 2026 plant 10 GW wasserstofffÀhige Gaskraftwerke als Backup. Experten sind sich einig: Das reicht nicht. Aber bis neue Kraftwerke genehmigt und gebaut sind, vergehen Jahre.
Das Problem:
Im Bereich SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik fehlen ĂŒber 12.000 FachkrĂ€fte â jede zweite Stelle bleibt unbesetzt. Bei Elektrikern sind es 18.300 fehlende FachkrĂ€fte. Wartezeiten von mehreren Monaten fĂŒr eine WĂ€rmepumpen-Installation sind keine Ausnahme, sondern die Regel.
Was das bedeutet:
Sie wollen Ihre Gasheizung gegen eine WĂ€rmepumpe tauschen? Ihre Solaranlage erweitern? Theoretisch gibt es Förderungen. Praktisch finden Sie niemanden, der es einbaut. 62% der Handwerksbetriebe mĂŒssen AuftrĂ€ge ablehnen â nicht wegen fehlender Nachfrage, sondern wegen fehlendem Personal.
Warum ist das so?
Die Ironie:
Ausgerechnet die Energiewende, fĂŒr die wir diese FachkrĂ€fte brauchen, verschĂ€rft das Problem. Der Ausbau von Rechenzentren, Windkraft und Solarparks schafft noch mehr Bedarf an Elektrikern und Installateuren.
Das Problem:
Deutschland hat die höchsten Strompreise in der EU. Und sie steigen weiter. Allein der Netzausbau bis 2045 kostet ĂŒber 460 Milliarden Euro. Diese Kosten landen irgendwann beim Verbraucher.
Was das bedeutet:
Unternehmer wissen nicht, ob sich Investitionen in Elektrifizierung lohnen. BĂŒrger zögern bei der Anschaffung einer WĂ€rmepumpe, weil unklar ist:
Fast 90% der Unternehmen beklagen fehlende VerlÀsslichkeit in der Energiepolitik. Gesetze Àndern sich stÀndig. Das macht Planung unmöglich.
Nicht alles ist schlecht. Es gibt Lichtblicke:
2025 wurden 17,5 GW Solarleistung neu installiert â das Ausbauziel wurde sogar ĂŒbertroffen. Fast 100 GW installierte Leistung insgesamt.
Bei Neubauten haben WĂ€rmepumpen einen Marktanteil von fast 50%. Haushalte sind bereit umzusteigen â wenn sie jemanden finden, der die Anlage einbaut.
Im Jahr 2025 deckten Erneuerbare Energien 55,3% der Stromnachfrage. Tendenz steigend.
Das Problem:
Diese Erfolge reichen nicht. Warum? Weil der Stromverbrauch stagniert, statt zu steigen. Die Elektrifizierung in Industrie, Verkehr und GebĂ€uden kommt zu langsam voran. Solange wir nicht mehr elektrisch heizen, mehr E-Autos fahren und mehr Industrieprozesse elektrifizieren, bringt uns auch mehr Ăkostrom nicht ans Ziel.
Deutschland verfehlt seine europĂ€ischen Klimaschutzvorgaben um 30 Millionen Tonnen COâ. Wir sind zu langsam. Nicht weil die Technik fehlt. Nicht weil die Menschen nicht wollen. Sondern weil:
Und jetzt?
Drei Dinge mĂŒssen passieren:
Bis das passiert: Werden Projekte Jahre dauern. Werden Kosten steigen. Wird die Energiewende zur Geduldsprobe.
Genau hier setzen wir an:
Die Energiewende kommt. Die Frage ist nur:
Warten Sie, bis alle Probleme gelöst sind â oder werden Sie jetzt Teil der Lösung?
Alternative Energien sind technisch ausgereift und gesellschaftlich akzeptiert. Was fehlt, sind handlungsfÀhige Strukturen, ausreichend FachkrÀfte und verlÀssliche Rahmenbedingungen.
Wir können nicht auf die Politik warten. Aber wir können klug planen â und dort ansetzen, wo es möglich ist.
Quellen: Agora Energiewende, BDEW, Bundesrechnungshof, Zentralverband Deutsches Handwerk